Catharsis Machine Head Review

„Catharsis“ heißt das neue Studio Album der Modern-US-Thrasher Machine Head. Sie bleiben sich dadurch dem Umstand treu, immer vier Jahre zwischen den Veröffentlichen verstreichen zu lassen. Immer viel Zeit, um sich zu entwickeln oder aber auch zu verändern. Und hier liegt bei „Catharsis“ etwas Gefahr verborgen. Denn Robb Flynn und Mannschaft klingen auf dem neuen Album teilweise gemäßigter denn je, was die alte Fan-Schar, die „Burn My Eyes“, „Supercharger“ oder „Through The Ashes Of Empire“ vergöttert, ins Grübeln bringen dürfte.

 

 

Klar, der Aggo-Level ist bei einigen Songs und vielen Passagen nach wie vor hoch, aber bei insgesamt 15 Songs und der damit verbundenen sehr langen Spielzeit wirkt das Gesamtbild zahmer als sonst nach. Musikalisch sind Machine Head natürlich schon lange over the top und den Groove, den sie fulminant zelebrieren, werden sie wohl nie verlieren. Dennoch sollte man „Catharsis“ Zeit lassen, sich zu entfalten.

Mit „Volatile“ beginnt das Album noch in alter Manier mit einem wahren Aggro-Thrasher. Flynn brüllt sein „fuck the world“ ins Mikro und die Gitarren flirren durch die Gegend. Doch bereits der folgende Titelsong „Catharsis“ überrascht mit ruhigem Beginn, Keyboards und schönen, cleanen Vocals. Und ja...Robert Flynn besitzt durchaus eine gute Stimme in diesen cleanen Parts, die im Verlaufe des Albums noch häufig zu hören sein werden. Der Song begegnet einem wie ein Mix aus progressiven Klängen und Thrash, der Refrain birgt gar Post-Rock Flair.

 

Wie erwähnt beinhaltet „Catharsis“ eine gewisse Anzahl typischer Machine Head – Thrash Hymnen wie „California Bleeding“ mit tiefer gestimmten Gitarren und moderner Ausrichtung, den Hammer-Groover „Razorblade Smile“ (allerdings weit hinten im Album platziert) oder das schnelle Modern Monster „Kaleidoscope“. Dem gegenüber stehen solche Nummern wie „Bastards“. Akustik-Gitarre, balladesker Auftakt, Orgel und mehrstimmig melodischer Refrain. Oder „Behind The Mask“ mit langsamem Beginn, erneut akustischen Gitarrenklängen und durchweg cleanem Gesang.

Der Höhepunkt folgt in meinen Augen bei „Heavy Lies The Crown“. Der Anfang wirkt mysteriös mit flüsternden Stimmen. Danach steigert sich der Songaufbau mit melodischem Refrain und feinen Thrash Riffs. Bis hin zum schnellen Zwischenpart und aggressiver Ausrichtung zum Schluß. Spannend und mit 8:49 Minuten gleichzeitig das längste Sück des Albums.

 

Was gibt’s noch ? Nun, das etwas punkige, sehr aggressive „Grind You Down“, das schleppende und allmählich Fahrt aufnehmende „Psychotic“ mit arg hysterischen Vocals von Flynn. Und am Ende noch „Eulogy“, was besinnlich startet und mysteriös und chaotisch weitergeht, dann aber eine ziemlich angepisste Attitüde an den Tag legt. Zum Schluß wird’s fast noch hymnisch.

 

„Catharsis“ beinhaltet Einiges an bekannten Machine Head Zutaten, aber auch viele Stilmittel, die man nicht unbedingt so mit der Band in Verbindung bringt. Das zeugt natürlich auf der einen Seite für die Reife der Band und dem mittlerweile abwechslungsreichen Verständnis im Bezug auf das Songwriting. Auf der anderen Seite ist das Ganze aber auch nicht ganz ohne Risiko, denn wie erwähnt könnte man die alte Fan-Seite mit dieser Ausrichtung verschrecken. Das muß wie immer der Hörer für sich selbst entscheiden. Qualitativ ist „Catharsis“ sicherlich sehr hoch anzusiedeln und man kann Machine Head durchaus für das neue Album Respekt zollen.

: 26.01.2018
Label: Nuclear Blast

Tracklist:

Volatile
Catharsis
Beyond The Pale
California Bleeding
Triple Beam
Kaleidoscope
Bastards
Hope Begets Hope
Scream At The Sun
Behind The Mask
Heavy Lies The Crown
Psychotic
Grind You Down
Razorblade Smile
Eulogy

Autor: Kerbinator
Bewertung: 8 / 10
Quelle: Rock Castle Franken - Rockzine

 Rock castle franken rockzine metalzine

 

 

 

 

 

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